Hochschulzertifikate (CAS) „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“

Hochschulzertifikate (CAS) „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“

Für den sicheren Rückbau der kerntechnischen Anlagen in Deutschland und den langfristig sicheren Umgang mit den dabei anfallenden radioaktiven Reststoffen bis hin zu deren Endlagerung ist es erforderlich, die dafür benötigten Kompetenzen zu erhalten und auszubauen. Das Weiterbildungsangebot richtet sich gleichermaßen an Mitarbeitende aus der Industrie, von Vorhabenträgern sowie von Sachverständigenorganisationen und Behörden. Es ist in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Behörden konzipiert worden und ermöglicht den Kompetenzerhalt für eine sichere Entsorgung der in Deutschland angefallenen und anfallenden radioaktiven Abfälle.

In Ergänzung zum Weiterbildungsmaster „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“ (M. Eng.) werden bereits zum Sommersemester 2025 Certificates of Advanced Studies (CAS) angeboten, die sich aus jeweils zwei Modulen fachspezifisch zusammensetzen:

CAS 1: Radioaktivität & Strahlenschutz
Grundlagen der Radioaktivität + Strahlenschutz inkl. Fachtheoretische Ausbildung Strahlenschutz zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz (in Kooperation mit der KWS Energy Knowledge eG)

CAS 2: Umgang mit radioaktiven Reststoffen
Freigabe radioaktiver Reststoffe + Abfallbehandlung & -konditionierung

CAS 3: Rechtliche Grundlagen & Lagerkonzepte für die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle
Atomrechtliches Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren + Grundlagen der Zwischen- und Endlagerung

CAS 4: Behälter für radioaktive Abfälle und Produktkontrolle
Behälter/Transporte + Produktkontrolle und Abfallgebindedokumentation

CAS 5: Stilllegung & Rückbau kerntechnischer Anlagen
Zerlegetechnologien für den Rückbau kerntechnischer Anlagen + Automatisierungstechnik in radioaktiver Umgebung

Jedes CAS setzt sich aus zwei Modulen des weiterbildenden Masterstudiengangs „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“ zusammen. Die Beschreibung der fachlichen Inhalte der einzelnen Module entnehmen Sie bitte dem Modulhandbuch. Der erfolgreiche Abschluss eines CAS erfolgt durch das Bestehen der jeweiligen Modulprüfungen. Im Vorfeld erworbene CAS können auf Antrag im weiterbildenden Masterstudiengang anerkannt werden.

Organisation
Die Modulveranstaltungen sind als Blockveranstaltungen konzipiert. Sie setzen sich in der Regel aus einem 4-tägigen Block in Präsenz sowie einem 3-tägigen digital durchgeführten Block zusammen. Dazwischen besteht ausreichend Zeit für das Selbststudium, zu dem die Modulverantwortlichen Sprechstunden für spezifische Fragestellungen/Diskussionen anbieten. Jedes Modul endet mit einer Prüfung, wobei die Prüfungsform modulspezifisch gewählt ist und zu Beginn der Veranstaltung bekanntgegeben wird.

Fachkundenachweis Technik gemäß Strahlenschutzverordnung (kann im Rahmen des CAS 1 erworben werden)
Das CAS 1: Radioaktivität & Strahlenschutz beinhaltet die theoretischen Grundlagen für den Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz (StrlSchV §47, Abs.1 (3)). Die Vermittlung der Inhalte erfolgt in den Modulen „Grundlagen der Radioaktivität“ und „Strahlenschutz“, die im Rahmen einer Kooperation von der KWS Energy Knowledge eG (KWS) im Auftrag der Westfälischen Hochschule gelehrt und in denen die Teilnehmenden auf die Modulprüfungen der Westfälischen Hochschule vorbereitet werden. Beide Module bestehen jeweils aus einem dreitägigen Präsenzblock am Campus Gelsenkirchen und einem dreitägigen virtuellen Block. Das Modul „Strahlenschutz“ umfasst zusätzlich einen Labortag, der in den Laboren der KWS in Essen-Kupferdreh stattfindet. Die KWS erteilt den Studierenden bei Teilnahme an der Modulprüfung und Erfüllung der Vorgaben der Fachkunde-Richtlinie Technik nach Strahlenschutzverordnung bzw. der Anerkennung des Landes NRW den Fachkundenachweis Technik, wenn das Ergebnis der Modulprüfung im Modul „Strahlenschutz“ den Anforderungen der Fachkundeprüfung entspricht. Dieser Nachweis ermöglicht es den Studierenden, eine Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz durch die zuständige Stelle zu beantragen. Die Ausstellung dieses Nachweises erfolgt unabhängig von der Attestierung der Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.

Die Entwicklung dieses Angebots wurde durch das Cluster Wissenschaftliche Weiterbildung der Hochschulallianz Ruhr unterstützt.

Teilnahmeentgelte und Anmeldung
Eine Anmeldung muss aus hochschulrechtlichen Gründen bei der angebotstragenden Hochschule, der Westfälischen Hochschule, erfolgen. Informationen zu den Teilnahmeentgelten und zu den Terminen der Durchführung finden Sie in Kürze auf der Website der WH.