Wissenschaftliche Weiterbildung braucht stringente Strukturen und exzellente Persönlichkeiten.
Die Arbeitsphase im Barcamp zum Start der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e. V. (DGWF) am 10.09. war geprägt von großer Interaktivität und Produktivität: Spontan entstanden zehn Sessions, die vielfältige Facetten des Tagungsthemas „Was heißt hier Weiterbildung? Begriffe, Konzepte und Perspektiven zwischen Wissenschaft und Beruf“ aufzeigten.
Durch die moderierte Diskussion zu Beginn des zweiten Konferenztags wurden zwei inspirierende Impulse von Prof. Dr. Ulrike Tippe (HRK-Vizepräsidentin für Digitalisierung und Weiterbildung) und Prof. Dr. Annika Maschwitz (Vorsitzende der DGWF) gesetzt, die in einem prägnanten Fazit mündeten: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“
Dieses Zitat bringt die Chancen und Herausforderungen der Wissenschaftlichen Weiterbildung treffend auf den Punkt. Insbesondere im Bereich der Kurzformate, Microcredentials und Badges eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten und Freiheiten – nicht zuletzt, weil viele Hochschulgesetze hierzu bislang keine expliziten Regelungen enthalten. Zahlreiche Hochschulen, darunter auch die drei Allianzhochschulen der HAR, navigieren erfolgreich durch diese unerschlossene Landschaft mit einem „learning by doing“-Ansatz.
Gleichzeitig gilt es, rechtliche Unsicherheiten zu adressieren, die die Hochschulweiterbildung vor Herausforderungen stellen und gelegentlich an ihre Grenzen bringen. Dennoch steht der Ausbau der Wissenschaftlichen Weiterbildung für Innovations- und Risikobereitschaft, deren langfristiger Mehrwert für die Hochschulen von den Teilnehmenden als unumstritten erachtet wird.
Die Zukunft der Wissenschaftlichen Weiterbildung verlangt somit sowohl klare strukturelle Rahmenbedingungen als auch das Engagement mutiger Persönlichkeiten, die diese Wege entschlossen beschreiten.


