Master „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“

Master

Weiterbildungsmaster „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“ (M. Eng.)

>> Akkreditierung in Vorbereitung

Für den sicheren Rückbau der kerntechnischen Anlagen in Deutschland und den langfristig sicheren Umgang mit den dabei anfallenden radioaktiven Reststoffen bis hin zu deren Endlagerung ist es erforderlich, die dafür benötigten Kompetenzen zu erhalten und auszubauen. Die bereits existierenden Studiengänge greifen einzelne thematische Schwerpunkte (z. B. Strahlenschutz) auf, vermitteln jedoch keinen zusammenhängenden Überblick über die einzelnen Prozessschritte der kerntechnischen Entsorgung sowie deren kausale Wirkzusammenhänge. Die Westfälische Hochschule hat sich daher entschieden, diese Lücke zu schließen und das Weiterbildungsangebot „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“ in enger Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Behörden konzipiert. Dieses vermittelt die erforderlichen Kompetenzen von der Stilllegung und dem Rückbau kerntechnischer Anlagen, über die Freigabe von Reststoffen, die Behälterentwicklung, die Abfallbehandlung und -konditionierung sowie den Transport bis hin zur Abgabe der endlagerfähigen Gebinde an ein Endlager. Ergänzt werden diese technischen Inhalte um verfahrensrelevante Kompetenzen zu den Themen Atomrechtliches Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren, Produktkontrolle und Dokumentation sowie zum Umgang mit Veränderungsprozessen und zur Moderation von Konflikten im Hinblick auf die Interaktion mit der interessierten Öffentlichkeit.

Um alle in der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der friedlichen Nutzung der Kernenergie angefallenen Abfälle sicher und verantwortungsbewusst zurückzubauen, zu sammeln, zu verpacken sowie zwischen- und endzulagern, ist ein Zeitraum bis deutlich ins nächste Jahrhundert abzusehen. Der weiterbildende Masterstudiengang „Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung“ (M. Eng.) ist die Basis, um den Kompetenzerwerb und -erhalt zu sichern für die zunehmend wichtige Aufgabe der verantwortungsbewussten und sicheren kerntechnischen Entsorgung. Der Studiengang kann berufsbegleitend absolviert werden (5 Semester / 120 Credit Points).

Der Studiengang soll zum Sommersemester 2026 starten und richtet sich gleichermaßen an Mitarbeitende aus der Industrie, von Vorhabenträgern sowie von Sachverständigenorganisationen und Behörden. In Ergänzung zum Weiterbildungsmaster werden ab dem Sommersemester 2025 fünf Certificates of Advanced Studies (CAS) angeboten, die sich aus jeweils zwei Modulen fachspezifisch zusammensetzen und für den weiterbildenden Masterstudiengang anerkannt werden.

Organisation

Die Modulveranstaltungen sind als Blockveranstaltungen konzipiert. Sie setzen sich in der Regel aus einem 4-tägigen Block in Präsenz sowie einem 3-tägigen digital durchgeführten Block zusammen. Dazwischen besteht ausreichend Zeit für das Selbststudium, zu dem die Modulverantwortlichen Sprechstunden für spezifische Fragestellungen/Diskussionen anbieten. Jedes Modul endet mit einer Prüfung, wobei die Prüfungsform modulspezifisch gewählt ist und zu Beginn der Veranstaltung bekanntgegeben wird.

Fachkundenachweis Technik gemäß Strahlenschutzverordnung

Der Abschluss zum M. Eng. Sicherheit in der kerntechnischen Entsorgung beinhaltet die theoretischen Grundlagen für den Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz (StrlSchV §47, Abs.1 (3)). Die Vermittlung der Inhalte erfolgt in den Modulen „Grundlagen der Radioaktivität“ und „Strahlenschutz“, die im Rahmen einer Kooperation von der KWS Energy Knowledge eG (KWS) im Auftrag der Westfälischen Hochschule gelehrt und in denen die Teilnehmenden auf die Modulprüfungen der Westfälischen Hochschule vorbereitet werden. Beide Module bestehen jeweils aus einem dreitägigen Präsenzblock am Campus Gelsenkirchen und einem dreitägigen virtuellen Block. Das Modul „Strahlenschutz“ umfasst zusätzlich einen Labortag, der in den Laboren der KWS in Essen-Kupferdreh stattfindet. Die KWS erteilt den Studierenden bei Teilnahme an der Modulprüfung und Erfüllung der Vorgaben der Fachkunde-Richtlinie Technik nach Strahlenschutzverordnung bzw. der Anerkennung des Landes NRW den Fachkundenachweis Technik, wenn das Ergebnis der Modulprüfung im Modul „Strahlenschutz“ den Anforderungen der Fachkundeprüfung entspricht. Dieser Nachweis ermöglicht es den Studierenden, eine Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz durch die zuständige Stelle zu beantragen. Die Ausstellung dieses Nachweises erfolgt unabhängig von der Attestierung der Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls.

Möglichkeiten zur Promotion

Mit einem erfolgreich absolvierten Master-Studium besteht die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit einer Universität oder dem Promotionskolleg NRW (PK NRW) eine Promotion (Erwerb des Doktortitels) anzuschließen.